6+23+ Fragen für mehr Klarheit im (neuen) Job

6+23+ Fragen für mehr Klarheit im (neuen) Job

In den meisten Unternehmen wird es richtig, also wirklich richtig eng, wenn ihnen die Mitarbeiter ausgehen. Ganz blöd wird es, wenn das in einer Zeit passiert, in der Fachkräfte ohnehin Mangelware und die Wechselbereitschaft hoch ist. (Laut einer repräsentativen forsa Umfrage von Anfang 2022 denken 40% Erwerbstätigen in D-A-CH über einen Jobwechsel nach. Bei den 30- bis 39-jährigen sogar 50%.) Wozu das führt erkennen wir langsam in Form von Lieferengpässen, langen Schlangen, steigenden Preisen und immer längeren Vorlaufzeiten bei Terminen, gerade auch bei Handwerkern.

Wie Gerhard Fehr, von FehrAdvice in seinem aktuellen Newsletter schreibt: „Unternehmen müssen sich dieser neuen Realität stellen und den Mitarbeitern einen Mehrwert bieten.“

Einer seiner Ratschläge als Verhaltensökonom und -berater: Bewusste Perspektivwechsel.

Eine Perspektive, die es in diesem Kontext einzunehmen lohnt, ist die auf den eigenen Job, bzw. aus Organisationssicht, die auch die Unterstützung im Job. Die worklife experience ist mein Stichwort dazu. Denn, was immer mehr zählt ist, wie Arbeit und Leben miteinander stattfinden und wahrgenommen werden können. 

Daher habe ich hier zwei Reflexions- und Perspektivwechselangebote zusammengestellt. 

Im Kern geht es für beide Seiten darum zu klären: 

WORAUF lasse ich / lassen wir uns wirklich ein?
WAS kann ich / können wir wirklich erwarten?
WARUM will ich / wollen wir etwas wagen und bewegen?
WOHIN kann meine/unsere Reise gehen?

Es hilft, einen kleinen Schritt heraus aus dem üblichen Trott zu gehen und einen neuen, anderen Blick auf das werfen, was man erreichen will.
Um Dich und Euch dabei ein wenig zu unterstützen, habe ich ein paar Reflexionspunkte und -fragen zusammengestellt. Mir geht es darum Dir / Euch hier ein paar Impulse dazu mitgeben, damit Du / Eure (neuen) Mitarbeitenden im (neuen) Job mehr erreichst/-en, die Zufriedenheit und der Erfolg wachsen und am Ende vielleicht tatsächlich alle auch glücklicher sind.

Was sind für Dich persönlich Deine Antworten auf folgende Fragen:

Warum will ich tun, was ich tue bzw. etwas NEUES machen?

  • Welche Erwartungen habe ich an den (neuen) Job?
  • Was motiviert mich, mich derart zu engagieren?
  • Welche realistischen Hoffnungen könn(t)en erfüllt werden?
  • Was sagt mein Umfeld dazu, werde ich unterstützt oder wird das eher gebremst?
  • Wofür will und kann ich echte Verantwortung übernehmen?

Was macht für mich ERFOLG aus? Wie erkenne ich ihn?

  • Was ist mir wichtig? Was möchte ich tun oder umsetzen?
  • Wie soll ich wahrgenommen und gesehen werden?
  • An welchen Parametern kann ich meinen Erfolg ablesen?

Wie sehen meine CHANCEN aus?

  • Welche Talente sind mit bewusst, wen kann ich fragen, um meine blinden Flecken ins rechte Licht zu rücken?
  • Wohin will ich meine Fähigkeiten entwickeln? 
  • In welche Richtung soll meine Karriere gehen? Will ich fachlich oder menschlich (Führung) weiterkommen?

Was bin ich bereit zu INVESTIEREN?

  • Wo sind die Grenzen für meine Investition in Bezug auf Zeit, Lernen oder Unbequemlichkeiten?
  • Was ist für mich ein leistbarer Verlust? Was bin ich bereit, zu riskieren?
  • Wie viele und welche Ressourcen kann ich einbringen?
  • Wie viel von mir ganz persönlich als Mensch kann und möchte ich einbringen? Wie viel Emotionalität und Verletzlichkeit kann, will und sollte ich mir bedenkenlos leisten? 

Welche UNTERSTÜTZUNG erhalte ich oder kann ich bieten?

  • Welche externen Referenzen, welche Menschen aus meinem Netzwerk helfen mir, falls es mal schwierig wird?
  • Wie sollen oder werden sich voraussichtlich meine soziale Einbindung in der Organisation entwickeln? 
  • Wie kann ich mich für diese Unterstützung bedanken und diese erwidern?
  • Welche Unterstützung erhalte ich von der Organisation und in welcher Form kann und will ich diese nutzen? 

Welche RAHMENBEDINGUNGEN werde oder möchte ich erleben?

  • Wie soll meine zukünftige Arbeitssituation in Bezug auf Arbeitszeit, -ort, -platz, -umfeld aussehen?
  • Welche Art von Führung möchte ich erleben? Welche Unterstützung können mir (andere) Führungskräfte geben?
  • Welche Art von Organisationsstruktur hilft mir, meine Ziele umzusetzen? Brauche ich eher klare Abgrenzungen oder eine intensive Interaktion mit anderen, um meine Stärken auszuspielen?
  • Welche ethischen und moralischen Grundsätze kann, will und werde ich meiner Arbeit zugrunde legen? Sind diese in der Organisation normal und typisch oder eher ungewöhnlich? Wo finde ich Hilfe dabei, diese einzuhalten? Mit wem kann ich diese diskutieren?

Oft hilft es, die Fragen mit anderen zu diskutieren und/oder die Antworten zu verschriftlichen und visualisieren. 

Sei aber nicht zu kritisch mit Dir, wenn Du später feststellst, dass Dinge doch anders gelaufen sind, als Du es Dir vorgestellt und vorgenommen hast. Das Leben nimmt oft unerwartete Wendungen. Wenn das so ist, reflektiere, wie weit Dich diese Abweichung vom Plan tatsächlich beeinflusst und welche Vorteile sie Dir, vielleicht auch aus einer veränderten Perspektive bietet.

Und nun zur anderen Seite der Macht 

Sich Gedanken dazu zu machen, wie (neue) Mitarbeitende ihre Rollen und Jobs optimal starten und ausfüllen können, gehört (hoffentlich) inzwischen zum Alltag. Wobei das ‚optimal’ für Mensch und Organisation gleichermaßen gelten soll(te). Da sich aber auch hier Alltagstrott entwickelt,  habe ich auch für diese Sicht ein paar der grundlegenden Fragen zusammengestellt. Wobei die Frage bleibt: Kennt der (neue) Mitarbeitende die Antworten auch?

Welche ERWARTUNGEN haben wir?

  • Welchen Nutzen wollen wir für das Unternehmen erreichen?
  • Welchen Aufwand wollen wir betreiben, um diesen Nutzen zu erreichen?
  • Haben wir unsere Erwartungen in klare Worte gefasst und kommuniziert?
  • Welche Investition sind wir bereit zu tragen, in Bezug auf Zeit, Geld und andere verfügbare oder zu beschaffende Ressourcen? 
  • Was ist unser leistbarer Verlust?

Was BRAUCHEN UND WOLLEN wir wirklich?

  • Wie viel Fach- und wie viel Menschenkompetenz braucht die Rolle, der Job?
  • Wie viel Rationalität, bzw. wie viel Emotionalität passt zur Rolle und in die Organisation?
  • Sehen wir die Neubesetzung dieses Jobs, dieser Rolle als Entwicklungschance für die (Teil)Organisation, um neue Wege zu erproben und zu gehen, oder soll eher „nur“ eine Lücke gefüllt werden?

Wie UNTERSTÜTZEN wir und was ist die Organisation bereit und in der Lage auszuhalten?

  • Welche Ressourcen kann und will die Organisation zur Verfügung stellen, in Bezug auf Unterstützungskräfte (Coaches, Mentoren, Peers), Zeit, Finanzen, Wissen/Information, etc.?
  • Wie sieht das organisatorische Umfeld aus? Hilft es, die neue Position, mit all den genannten Erwartungen, auszufüllen?
  • Welchen Chancen- und Entwicklungsraum sind wir bereit zur Verfügung zu stellen, auch wenn die bekannten Grenzen, Regeln und Rahmenbedingungen der Organisation dabei überschritten werden?
  • Welche Risiken und Chancen erwarten wir? Kann die Organisation das eine wie das andere aushalten?

Woran erkennen wir ERFOLG und wie gehen wir weiter vor?

  • Was werten wir als Erfolg für dieser Rolle? Was soll (bis wann) erreicht werden?
  • Wie stellen wir fest, dass dieser Erfolg erreicht wurde? Wer beobachtet die Entwicklung und wie? 
  • Wann und womit sind wir zufrieden, wann und womit glücklich? Welche Parameter und Indikatoren legen wir dem zugrunde?
  • Wann blicken wir zum ersten Mal gemeinsam auf das dann Erreichte zurück? Wann planen wir weitere Reviews und Retrospektiven?

Mit etwas Glück, für Dich und mich, waren da jetzt ein paar Fragen bei, die Du nicht ad hoc beantworten konntest und die so mehr Klarheit in die worklife experience bringen. 

Mehr REFLEXIONSIMPULSE zu diesem und anderen Themen, auch für Teams und Organisationen, findest Du übrigens auf lead42.de

Und dann noch ein Blick hinter meine Kulissen: Was sich in meinem Job gerade tut?! 

Ich befasse mich derzeit mit einem für mich sehr spannenden Thema. Es ist eine andere Perspektive auf den Bereich der worklife experience. Konkret habe ich mich der Frage gestellt, wie es Organisationen gelingen kann, ihre neuen Geschäftsmodelle und die gewachsenen Organisationsstrukturen optimal aufeinander einzustellen. Oder andersherum gefragt: Wie sollten Geschäftsmodelle aussehen und funktionieren, die zur Organisation passen. Wo diese Passung nicht existiert, entsteht erfahrungsgemäß zu viel Ablehnung, Widerstand, Konflikte verfestigen sich und am Ende stehen Misserfolg, Kosten und Frust. Wo es klappt, entstehen deutlich mehr Zufriedenheit und Erfolg.

Wenn Du dies in Deiner Organisation vermeiden möchtest, melde Dich einfach bei mir. Aktuell entwickle ich einen Canvas, der in kurzer Zeit viel an neuen Erkenntnissen bieten wird. Du bist herzlich eingeladen, einer der ersten Nutzen zu sein und das Zusammenspiel Deiner Organisation mit Eurem (neuen oder zukünftigen) Geschäftsmodell, mit diesem neuen Tool genauer unter die Lupe zu nehmen.
Neben diesem Aspekt der Führungs- & Organisationsberatung, wirksamen Tools und Ansätzen steht für mich weiterhin die objektive Analyse der (tatsächlichen und eigentlichen) Leistungsfähigkeit Deiner Organisation im Fokus. Nur wo wir möglichst ehrlich und bewusst mit uns und unseren Organisationen umgehen, entsteht Raum für wirklich Großes.  

Aber, das nur am Rande. 

Ich wünsche Dir in jedem Fall viel Erfolg auf Deinem Weg durch Dein Arbeitsleben und freue mich, wenn Dir mein Impuls dabei hilft.  

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