Klarheit und Wirkung · befristete Rolle

KI-Klarheit

Eine Zuständigkeit für KI lässt sich an einem Nachmittag aufschreiben. Dass die Person, der sie gehört, sie auch leisten kann, ist die Arbeit der folgenden Monate. Diese Rolle übernimmt sie, mit festem Enddatum.

Worum es geht

Die meisten Unternehmen bekommen ihre KI-Regeln hin. Ein paar Einsatzzonen, eine benannte Person, ein Satz über Entscheidungen, die Menschen betreffen: Das steht an einem Nachmittag.

Was danach passiert, steht in keiner Regel. Die benannte Person hat vier Minuten je Vorgang. Die Freigabe ist vorgesehen und findet statt, ohne etwas zu verändern. Die Funktion, die vorsortiert, kam im Frühjahr mit einem Update, und keine Rollenbeschreibung kennt sie.

Eine Zuständigkeit, die zur Arbeitsweise nicht passt, ist schlimmer als keine. Auf dem Papier stehen dann Regeln, die es im Betrieb nicht gibt, und alle verlassen sich darauf.

KI-Klarheit ist eine befristet besetzte Rolle. Sie arbeitet an den Bedingungen, unter denen jemand tatsächlich prüft: an der Zeit, am Zulauf, am Zugang zu einer zweiten Quelle, an der Übung und am Preis des Widerspruchs. Sie geht erst, wenn Zuständigkeit und Arbeitsweise zusammenpassen.

Für wen

  • Geschäftsführungen, die eine KI-Richtlinie haben und den Verdacht, dass danach nichts anders läuft.
  • Unternehmen nach einem Prüflast-Befund, bei dem Zuständigkeit und Tempo auseinanderlagen.
  • Unternehmen ohne eigene Governance- oder Compliance-Funktion, die diese Klärung nicht nebenbei von IT oder Personalabteilung erwarten können.
  • Führungsteams, die eine unabhängige Moderation brauchen, weil eine von oben verordnete Zuordnung als Bürokratie gelesen wird.
  • Aufsichtsräte und Beiräte, die wissen müssen, ob eine vorgesehene Prüfung im Unternehmen tatsächlich stattfindet.

Typische Anlässe: ein erster ernsthafter Vorfall bei einer Freigabe, eine anstehende Betriebsvereinbarung, eine Investition in weitere Systeme, der Wechsel der Person, die bisher alles zusammengehalten hat.

So läuft es ab

Ein Rhythmus über ein bis zwei Quartale, mit fester Reihenfolge: erst verstehen, dann wollen, dann regeln, dann prüfen.

  1. Der Befund zuerst. Wo läuft was, und wer prüft es? Grundlage sind Systemdaten, keine Selbstauskunft. Liegt ein Prüflast-Befund vor, ist dieser Schritt erledigt und wird angerechnet.
  2. Die eigenen Annahmen. Eine Runde, in der die Sätze auf den Tisch kommen, die als Tatsachen gelten und Vermutungen sind. „Das entscheidet ja die KI, nicht wir“ ist der folgenreichste davon, weil er die Verantwortung verschwinden lässt, bevor jemand sie übernommen hat.
  3. Zuweisung. Wem gehört welche Entscheidung? Zonen und Auslöser, erarbeitet mit den Fachbereichen und, wo vorhanden, dem Betriebsrat. Dazu die Rolle, die in keiner Rollenbeschreibung steht: wer dafür einsteht, wie ein System eingestellt ist.
  4. Tragfähigkeit. Für jede Prüfstelle, an der ein Mensch entscheiden soll, rechnen wir nach, wie viele Minuten je Vorgang bleiben. Reicht die Zeit nicht, wird entweder der Zulauf begrenzt oder die Zuordnung geändert. Beides ist ehrlich, der Zustand dazwischen nicht.
  5. Übung. Ein wiederkehrender Termin, an dem ohne System gearbeitet wird, und eine Kennzahl dazu: der Anteil der Vorschläge, die abgelehnt oder geändert werden. Eine Prüfinstanz, die nie ablehnt, ist keine.
  6. Übergabe an eine benannte Person im Unternehmen, mit drei Proben: Wächst die Nutzung außerhalb der Regeln? Kann eine zufällig gefragte Person aus der Belegschaft erklären, warum ein Vorgang in seiner Zone liegt? Und führt ein durchgespielter Grenzfall bis zu der Frage, wen man eigentlich anrufen würde?

Was Sie am Ende in der Hand haben

  • Eine Zuordnung Ihrer KI-Einsätze mit der Zeit je Vorgang daneben, und für jede Zeile, in der beides nicht zusammenpasste, eine getroffene Entscheidung.
  • Eine benannte Verantwortung für die Einstellungen der Systeme, mit einer Meldepflicht für Updates, die etwas vorsortieren.
  • Die Änderungsquote je Prüfstelle als laufende Kennzahl, erhoben und nicht geschätzt.
  • Einen eingeübten Rhythmus, den Ihr Unternehmen ohne Begleitung fortführt.
  • Eine Person oder ein kleines Gremium im Unternehmen, das die Rolle übernimmt.
  • Eine erweiterte Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Abs. 3 Nr. 6 ArbSchG, die Sie ohnehin schulden, um die Fragen zu KI ergänzt.

Der Einwand, den dieses Angebot ernst nimmt

Ben Green von der University of Michigan hat 2022 einundvierzig Regelwerke untersucht, die menschliche Aufsicht über algorithmische Entscheidungen verlangen. Sein härterer Befund: Solche Vorschriften lassen fehlerhafte Systeme legitim erscheinen, ohne ihre Probleme zu beheben. Ein System mit einem Menschen daneben gilt als überprüft und wird dadurch auch dort eingesetzt, wo es nicht eingesetzt werden sollte.

Wer eine Zuordnung verkauft und dort stehen bleibt, baut genau diese Legitimation. Deshalb liegt das Gewicht dieser Rolle auf den Schritten 4 und 5. Wer zuständig ist, ist in wenigen Wochen geklärt. Ob jemand tatsächlich prüft, entscheidet sich an Zeit, Zugang, Übung und dem Preis des Widerspruchs.

Befristung und Übergabe

KI-Klarheit ist eine Rolle für den Übergang. Ein Unternehmen, das sein Urteil über KI dauerhaft auslagert, hat das Problem nur verschoben.

  • Ein festes Enddatum steht bei der Beauftragung fest, ohne „bis auf Weiteres“.
  • Übergeben wird nach den drei Proben aus Schritt 6, nicht allein nach dem Datum.
  • Verlängert wird nur mit neuem Schwerpunkt, etwa für einen weiteren Bereich. Muss die Rolle verlängert werden, um dasselbe weiterzumachen, hat sie ihr Ziel verfehlt.

Was rechtlich nebenher mitläuft

Keine Rechtsberatung, die Reihenfolge wird im Mandat ohnehin abgearbeitet. Die Beurteilung psychischer Belastung ist seit 2013 Pflicht, ohne Größenschwelle (§ 5 Abs. 3 Nr. 6 ArbSchG). Seit 2021 nennt das Betriebsverfassungsgesetz KI ausdrücklich: Der Arbeitgeber unterrichtet den Betriebsrat rechtzeitig über die Planung von Arbeitsverfahren einschließlich des Einsatzes von KI (§ 90). Muss der Betriebsrat KI beurteilen, gilt die Hinzuziehung eines Sachverständigen als erforderlich (§ 80 Abs. 3). Die europäische KI-Verordnung ersetzt nichts davon. Sie gilt zusätzlich.

Preise

Sondierung, ein Quartal: ab 5.900 €
Befund, Annahmenrunde und die Empfehlung, ob und in welchem Zuschnitt ein Mandat sinnvoll ist. Sie endet mit einer Entscheidung.
Interim-Rolle, zwei Quartale: ab 10.900 €
Der vollständige Zyklus für einen Bereich oder ein mittelständisches Unternehmen als Ganzes: Zuweisung, Nachrechnung der Zeit, Übungsrhythmus, Übergabe mit den drei Proben.
Mehrere Bereiche oder Konzern: ab 19.000 €
Zuordnung je Bereich. Der Umfang richtet sich nach der Zahl der Entscheidungsstrecken.

Alle Preise zzgl. MwSt. Begleitung als Staffel mit festem Rhythmus. Ein vorliegender Prüflast-Befund wird angerechnet.

Abgrenzung

  • Prüflast-Befund: Er misst, wo die Differenz landet. KI-Klarheit entscheidet mit Ihnen, wo sie landen soll, und baut die Stelle auf, die sie tragen kann.
  • Organisationsverfassung: Sie klärt den Rahmen eines Unternehmens insgesamt. KI-Klarheit ist enger und schneller, weil sie einen konkreten Anlass hat.
  • Wirkung & Umsetzung: Es begleitet eine bestehende Roadmap. KI-Klarheit beginnt früher, bei einer Zuständigkeit, die erst noch halten muss.
  • Eine dauerhafte interne Stelle für KI-Governance ist das Ziel. Diese Rolle baut sie auf und macht sich dann überflüssig.

Was dieses Angebot nicht kann

Diese Rolle repariert nicht den Markt, in dem Sie stehen. Belohnt der Wettbewerb ein Verhalten, das Sie intern für falsch halten, regeln interne Regeln nur, was in Ihrer Reichweite liegt. Das ist mehr als nichts und weniger als alles.

Und sie beschleunigt nichts, was seine Zeit braucht. Urteilsvermögen entsteht an Fällen, über Jahre. Zwei Quartale bauen den Rahmen, in dem es wachsen kann.

Woher die Methode kommt

Die Rechnung dahinter beschreibe ich in Wer prüft, zahlt. Die Rechnung hinter der KI-Ersparnis (tredition 2026). Zehn Fragen für die Einführung von KI, jede mit einer Messgröße, stehen im freien Whitepaper „Was KI an Ihrer Ordnung prüft“.

Nächster Schritt

Der Einstieg ist ein Klarheitsdialog. Wenn Sie vorher allein prüfen wollen, ob das Thema Ihre Lage beschreibt: Die Situationsanalyse aus „Wer prüft, zahlt“ dauert fünfzehn Minuten und liegt frei auf der Reihenseite.