Fast dieselbe Geschichte

Eine Reihe von Guido Bosbach

Fast dieselbe Geschichte

Kurze Geschichten über Organisation und KI, in denen wenige Wörter den Unterschied machen

Eine Holzbestellung über 6.400 Euro braucht neun Tage, bis sie freigegeben ist. Niemand im Betrieb findet das ungewöhnlich, denn jede Unterschrift auf dem Weg hat einen guten Grund. Erst wer dieselbe Bestellung ein zweites Mal erzählt, diesmal so, wie sie tatsächlich gelebt wird, und ein drittes Mal, so wie die Software sie steuert, sieht, wo die Zeit bleibt.

So arbeitet diese Reihe. Jede Geschichte ist ein einziger Text, in dem nur einzelne Wörter wechseln, etwa zwischen damals und morgen oder zwischen dem, was beschlossen ist, und dem, was im Alltag geschieht. Alles andere bleibt stehen. Beim Umschalten sehen Sie selbst, wie wenig sich ändern muss, damit aus einer vernünftigen Ordnung eine teure wird.

Die Geschichten sind für Geschäftsführungen und Führungskräfte geschrieben, die ihre Organisation bewusst gestalten wollen, gerade jetzt, wo KI Abläufe verändert, bevor jemand darüber entschieden hat. Sie erzählen von Betrieben, wie es sie überall gibt. Die Zahlen stammen aus Untersuchungen oder aus einem durchgerechneten Fall; alles, was in der Zukunft spielt, ist als erfunden gekennzeichnet.

In regelmäßigen Abständen erscheint eine neue Geschichte, abwechselnd zu KI und zu zeitgemäßer Organisation, jede in etwa zehn Minuten gelesen. Die Geschichten bauen aufeinander auf. Wer der Reihenfolge folgt, kommt vom Erkennen eines Musters über seine Ursachen bis zu der Frage, wie man es anders ordnet.

Am meisten bringen die Geschichten, wenn Sie sie als Spiegel nutzen. Am Ende jeder Geschichte stehen Fragen an Ihr eigenes Unternehmen, und mit einem Klick schreiben Sie die Geschichte in Ihren eigenen Begriffen weiter. Wie das geht, steht direkt darunter.

Die Muster sind selten neu. KI verstärkt sie allerdings schneller und leiser als jede Technik davor, und wer sie früh erkennt, entscheidet noch selbst, welche davon bleiben.

Mit der ersten Geschichte beginnen
So nutzen Sie die Geschichten

Jede Geschichte lässt sich auf mehrere Arten lesen. Die Knöpfe dafür stehen in einer Leiste, die beim Lesen oben mitläuft. Je nach Geschichte heißen die Fassungen anders, bei Geschichten zwischen damals und morgen etwa „Damals“ und „Morgen“. Dort zeigt „Beim Scrollen“ ohne weitere Auswahl unten die Vergangenheit und oben die Zukunft.

Umschalten. Ein Tipp auf eine Fassung, zum Beispiel „Beschlossen“ oder „Eingebaut“, wechselt alle markierten Wörter gleichzeitig. Eine feine Linie unter jedem Wort zeigt, wo etwas wechseln kann. Der übrige Text bleibt in jeder Fassung derselbe.

Beim Scrollen. Wählen Sie „Beim Scrollen“ und danach zwei Fassungen, zuerst die für unten, dann die für oben. Jetzt wechselt jedes Wort, sobald es beim Lesen über die Linie wandert. Halten Sie kurz vor der Linie an und überlegen Sie, welches Wort gleich erscheinen wird. Liegen Sie richtig, kennen Sie das Muster aus eigener Erfahrung. Überrascht Sie das Wort, lohnt es sich, genau an dieser Stelle im eigenen Betrieb nachzusehen.

Eintragen. Mit „Eintragen“ werden die markierten Wörter zu Feldern. Schreiben Sie hinein, wie es in Ihrem Unternehmen heißt: wer unterschreibt, wo eine Regel steht, was passiert, wenn jemand sie bricht. Felder, die Sie leer lassen, behalten die vorgegebene Fassung. Mit „Fertig“ lesen Sie die Geschichte als Geschichte Ihres eigenen Betriebs. Ihre Einträge bleiben in Ihrem Browser und werden nicht übertragen; „Einträge leeren“ setzt alles zurück.

Vergleichen. Besonders aufschlussreich ist die Verbindung von beidem. Wählen Sie nach dem Eintragen „Beim Scrollen“, unten die beschlossene Fassung und oben „Ihre Fassung“. Dann sehen Sie Zeile für Zeile, wo Ihr Alltag vom Papier abweicht.

Gerüst. „Gerüst“ blendet alle wechselnden Wörter aus. Übrig bleibt, was in jeder Fassung gilt, und oft ist das der eigentliche Kern der Geschichte.

In der Führungsrunde. Die Fragen am Ende eignen sich als Einstieg in ein Gespräch mit Ihrem Team. Jeder füllt die Geschichte zunächst für sich aus, danach vergleichen Sie die Fassungen. Wo sie auseinandergehen, liegt meist das Thema, das sich zu besprechen lohnt.

Die Reihenfolge. In der Übersicht stehen die Geschichten so, dass sie aufeinander aufbauen: erst Muster erkennen, dann verstehen, dann gestalten. Neue Geschichten sind markiert und an der Stelle eingeordnet, an die sie inhaltlich gehören.

Am Computer geht es auch über die Tastatur: die Ziffern für die Fassungen, S für „Beim Scrollen“, E für „Eintragen“, G für „Gerüst“.

Die Geschichten

In der Reihenfolge, in der sie aufeinander aufbauen.

Die Stufen Verstehen und Gestalten füllen sich mit den nächsten Geschichten.

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Stand 16. Oktober 2026 · Text Guido Bosbach · Die Form ist angelehnt an „Schon wieder“ von Michael Kreil, datajournal.org, CC BY 4.0.